Reisegefahren durch Tsunami und Orkane
• Tsunami
• Orkan
• betroffene Tourismusregionen
• Verhalten bei Orkan
Tsunami
Der sogenannte Weihnachtstsunami des Jahres 2004, verursacht durch eine schweres Seebeden vor der Westküste Indonesiens, hat weltweit verdeutlicht, wie anfällig auch die modernen Gesellschaften für Naturkatastrophen sind. Währrend andere Naturkatastrophen oft abseits der Tourismusdestinationen passieren, wurden hier ganze Tourismusorte von der Landkarte getilgt.
Und glaubt man den Vorhersagen einiger Geowissenschaftlern, so stehen uns in den nächsten Jahrzehnten noch weitere schwere Naturkatastrophen bevor. Einige werden davon auch vom Menschen wenn nicht verursacht, so doch stark beienflusst sein. So werden z. B. schwere Überschwemmungen an Gebirgsschwellen und Küsten, Dürren, Hitzewellen, Kälteeinbrüche und anderes mehr Folgen des weltweiten Klimawandels sein können. Ein Klimawandel, der vom Menschen verursacht und verstärkt wird.
Orkan
Ein Orkan ist ein sehr schwerer Sturm mit einer Windgeschwindigkeit von mindestens 64 Knoten (64 kn = 32,7 m/s oder 117,7 km/h), der überwiegend in kräftigen außertropischen Tiefdruckgebieten und landgebundenen Wirbelwinden (Tornados) entsteht. Auf der internationalen Beaufort-Skala, einer international geltenden Skala für Windgeschwindigkeiten, erreichen Orkane mit der Stärke 12 die höchste Stufe. Orkane können ähnlich den tropischen Wirbelstürmen (Hurrikan, Taifun, Cyclon) schwere Verwüstungen an Land anrichten und stellen auch für die moderne Fähr- und Kreuzschiffahrt eine Gefahr dar.
Die notwendigen kräftigen Tiefdruckgebiete enstehen auf der Nordhalbkugel besonders im Herbst und Winter, da hier die Luftdruckunterschiede zwischen der winterkalten Polarregion und dem subäquatorialen Warmluftmassen besonders hoch sind und aus dem Zusammenstrom derartig unterschiedlicher Luftmassen (Okklusion) eine sehr starke Ausgleichströmung, der Orkan, entsteht. Traditionell kann man daher auch von einer Orkan-Saison im Nordwinter sprechen. Allerdings mehren sich die Anzeichen, das der aktuelle beshleunigte Klimawandel auch eine Veränderung der Orkan-Saison zur Folge hat. Orkane treten in West- und Mitteleuropa zum Teil schon als Sommerorkan auf und kommen selbst im Frühjahr vor. Vor allem Sommerorkane können schwere Schäden in der Landschaft hinterlassen, da zu dieser Zeit die Vegetation noch Laub trägt, was einen stärkeren Luftwiderstand als im laublosen Winterhalbjahr mit sich bringt.
Bei der Beurteilung der tatsächlichen Windgeschwindigkeit bzw. Windstärke ist zu berücksichtigen, dass in Wetterberichten und Vorhersagen bei Windgeshwindigkeiten und -stärken immer nur ein Durchschnittswert (aus einer Zeitspanne von ca. 10 Minuten) angegeben wird. In Spitzenböen kann leicht die doppelte Windgeschwindigkeit erreicht werden.
Orkane kommen auch auf der Südhalbkugel vor, jedoch sind aufgrund der geringeren Landmassenanteils in mittleren und südlichen Breiten der Südhalbkugel nur relativ wenig Landregionen betroffen. Zu nennen wären Patagonien (südliches Südamerika), Tasmanien und die australische Südostküste sowie die Südinsel Neuseelands. Berühmt und berüchtigt ist hingegen das sturm- und orkangeprägte Seegebiet südlich des 40. Breitengrades, das sich beginnend mit den Roaring Forties (brüllende Vierzieger) über die Howling Fifties (brüllende Fünfziger) bis zu der Region zwischen dem südlichen 60. und 70. Breitengrad, den Screaming Sixties (schreieinde Sechziger), erstreckt.
Touristisch werden diese sturmgepeitschten Seegebiete fast ausschließlich von eisgängigen Kreuzfahrtschiffen für Fahrten ins Südpolarmeer (Antarktik) und in die Antarktis genutzt.
Betroffene Tourismusregionen
Welche Tourismusregionen (Destinationen) sind betroffen.
Für Orkane besonders anfällige landbezogene Tourismusregionen sind:
• die Westküsten und vorgelagerte Inseln des mittleren und nördlichen Atlantiks (einschl. der Biskaya, des Ärmelkanals, der Irischen See sowie der Nord- und Ostsee)
• die Bergkuppen der europäischen Mittel- und Hochgebirge (Alpen etc.)
• die Küsten- und Bergregionen Patagoniens
• und zunehmend auch die westlichen Seegebiete des Mittelmeeres.
In der Vergangenheit traten Orkane besonders im Herbst und Winter der betroffenen Gebiete auf. Allerdings bringen die derzeit zu beobachtenden Klimaänderungen auch Unregelmäßigkeiten in der Orkan-Saison mit sich. So mehren sich die Anzeichen für einen früheren Beginn und ein längeres Andauern der Orkan-Saison und die ersten Orkane können schon im Sommer in der Region auftreten. Auch Frühjahrsorkane sind möglich, wenn auch z. Z. noch selten.
Verhalten bei einem drohenden Orkan:
Möglichst in sicheren, das heißt vor allem massiv gebauten Gebäuden (Hotels z. B.) verweilen, Türen und Fenster geschlossen halten und nicht ins Freie gehen. (Letzteres gilt auch bei Aufenthalten auf Schiffen.) Denn: Vor allem in bebauten und bewaldeten Gegenden drohen im Freien Schäden und Verletzungen durch losgerissene und umherfliegende Objekte wie Äste, Verkehrsschilder, Werbetafeln etc. Auch werden in eng bebauten Straßenschluchten die Orkanböen z. T. noch verstärkt, so dass auch der direkte Winddruck zu einer Gefahr im Freien werden kann. Auch stellen z. B. Regenschirme für die Benutzer ob der großen Windfangfläche eine Gefahr dar.
In Metropolen bietet sich während eines Orkans als relativ sicheres Transportmittel nur die U-Bahn an. Allerdings werden die U-Bahnstationen auch häufig zu Zufluchtsorten für jene, die ihren Weg wegen des Orkans “oberirdisch” nicht fortsetzen können, so dass Fahrplanänderungen und Zugverspätungen einkalkuliert werden müssen.
